Auswirkungen des Coronavirus auf den Immobilienmarkt

Der Coronavirus beeinflusst weltweit die Finanzmärkte – aber inwieweit ist auch der Immobiliensektor betroffen? Wir fassen zusammen, welche Auswirkungen des Coronavirus auf den Immobilienmarkt bis jetzt ersichtlich sind.

Coronavirus hat Menschen und Märkte fest im Griff

Der Coronavirus, welcher noch im Dezember vergangenen Jahres lediglich als kleine Randnotiz bezüglich einer „neuartigen Lungenerkrankung in China“ in Erscheinung trat, hat sich mittlerweile weltweit ausgebreitet und sorgt für Unruhe bei Menschen und Märkten. Zwar brach die Epidemie Covid-190 in China in der Region Wuhan aus und betraf zunächst nur die dort lebenden Menschen, doch bereits nach kürzester Zeit bekamen auch deutsche oder andere europäische Unternehmen die Folgen des Coronavirus zu spüren. Bei einer Umfrage durch die europäische Handelskammer in China zeigten sich fast 90% der Mitgliedsfirmen äußerst besorgt und berichteten von „mittelschweren bis starken Auswirkungen“ durch die Lungenkrankheit. „Das Ausmaß der Herausforderungen ist riesig“, wird Jörg Wuttke, Präsident der europäischen Handelskammer in China, zitiert.

Mittlerweile sind nicht nur die Unternehmen betroffen, auch Menschen in Deutschland ohne direkten Bezug zu China erleben im Alltag die drastischen Auswirkungen des Coronavirus bzw. die Auswirkungen der durch den Coronavirus ausgelösten Panik. So sind beispielsweise durch Hamsterkäufe viele Supermarkte völlig leergekauft, in Kombination mit den ohnehin bestehenden Lieferschwierigkeiten kommt es zu Engpässen bei Medikamenten. Mit zunehmender Häufigkeit trifft man auf präventiv geschlossene Geschäfte im Einzelhandel, Menschen werden aufgefordert, zuhause zu bleiben und viele Unternehmen setzen vermehrt auf Homeoffice.

An den Börsen sorgt der Coronavirus für herbe Verluste

Die Coronavirus-Epidemie ist auch im Bewusstsein der Anleger angekommen. Gewinnwarnungen, Lieferengpässe oder sogar Produktionsstillstände bei Unternehmen, aber auch Panik und Unsicherheit über den weiteren Verlauf haben dazu geführt, dass Börsenindizes wie z.B. Dax oder Dow aktuell herbe Verluste verbuchen. „Anleger fürchten, dass die Quarantäne von Millionen Menschen Chinas Konjunktur – und auch dem Rest der Welt – schweren Schaden zufügen könnte“, schreiben etwa John Lin, Portfoliomanager für China Equities und Stuart Rae, Chief Investment Officer für Asia-Pacific Value Equities vom Vermögensverwalter Alliance Bernstein in einem Blogbeitrag vom 18. Februar. Mittlerweile scheint klar zu sein, dass der Coronavirus klare konjunkturelle Auswirkungen haben wird.

Immobilienmärkte trotzen bislang der Coronavirus-Panik

Grundsätzlich zählt der Immobilienmarkt zu den etwas trägeren und langsameren Märkten. Während an Aktienmärkten oder anderen Finanzmärkten Tagesschwankungen zu beobachten sind und Neuigkeiten binnen Minuten Auswirkungen auf Preise zeigen, schlagen Wirtschaftskrisen in der Regel erst mit Verzögerung auf den Immobilienmarkt durch.

Gelingt es, die Verbreitung des Coronavirus und die Erkrankungen in den Griff zu bekommen, müssen [Immobilieneigentümer, Anm. d. Red.] wohl kaum um ihre Werte fürchten.

Matthias Streit, Finanzredakteur des Handelsblatts

Aktuell zeigt sich der Immobilienmarkt vom Coronavirus unbeeindruckt. Cushman & Wakefield etwa, Immobilienspezialisten für Gewerbeimmobilien, sehen aktuell am Büromarkt noch keine Auswirkungen und halten Prognosen für verfrüht. Ähnlich verhält es sich am Markt für Wohnimmobilien. Im vorangehenden Jahr 2019 haben circa 90% aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte einen Zuwachs bei den Immobilienpreisen verzeichnet, allerdings sehen Immobilienexperten dadurch noch keine Garantie, dass auch dieses Jahr die Immobilienpreise steigen oder zumindest stabil bleiben.

Ob die aktuelle Corona-Krise Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen.

Eva Grünwald, Leiterin des Immobiliengeschäfts der Postbank

Zwar lässt sich die weitere Entwicklung der Immobilienpreise nie vollständig vorhersagen, jedoch gibt es auch optimistische Ausblicke. So sicherten uns die Geschäftsführer der Immobilienverkaufsplattform ImmoScout24, Ralf Weitz und Dr. Thomas Schroeter, am 16.03.2020 in einer Nachricht zu, dass „weiter eine anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien“ zu beobachten sei, vor allem in den Ballungszentren und „in steigendem Maße auch in den Randlagen, wo die Nachfrage und damit auch die Preise anziehen“. Zudem seien die Kontaktanfragen sowohl nach Miet- und Verkaufsobjekten in den letzten 5 Tagen „nicht signifikant“ zurückgegangen.

Eine weitere Folge des Coronavirus ist eine erneute Senkung der Bauzinsen auf mittlerweile 0,41%. Damit stehen die Bauzinsen auf einem historisch niedrigen Stand und rücken die Zinswende weiter in die Ferne.

Immobilien sollten individuell betrachtet werden

Als Fazit lässt sich feststellen, dass die aktuelle Lage im Bezug auf Immobilienpreise stabil wirkt, aber die Entwicklung in den kommenden Monaten durchaus vom Erfolg der Eindämmung des Coronavirus und der damit verbundenen Konjunkturentwicklung abhängt. Immobilieneigentümer sollten daher abwägen, ob grundsätzlich ein Verkauf der Immobilie in absehbarer Zeit eine Option ist oder ob es sich um eine Langzeitinvestition handelt. Falls ein Immobilienverkauf nicht ausgeschlossen ist, empfehlen wir, sich zeitnah beraten zu lassen und möglicherweise einen Verkauf in die Wege zu leiten. So können die Gewinne der vorangehenden Jahren durch die steigenden Immobilienpreise realisiert werden.

Gerade wenn Sie sich noch nicht ganz sicher in Ihrer Entscheidung sind, raten wir von dieImmobilienagentur.de dazu, keine übereilten Schlüsse zu ziehen und Ruhe zu bewahren. Eine komplexe Entscheidung wie der Immobilienverkauf sollte sachlich, ruhig und überlegt angegangen werden. Als Entscheidungsstütze hat es sich in der Vergangenheit oftmals bewährt, eine professionelle Wertermittlung einzuholen. Falls Sie hierzu Interesse haben, freuen wir uns über Ihre unverbindliche Nachricht – wir helfen Ihnen gerne.

Bis dahin gilt: Ruhe bewahren und gesund bleiben!

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